Von Räuschen, Griechen und Kopfweh


Eine Begleiterscheinung des Sommers sind Partys in seinem Namen. Dabei ist die Auswahl der alkoholischen Getränke enorm wichtig – sonst kann es zu unschönen Entwicklungen kommen ...

Wie damals, als ich etwas verspätet am frühen Nachmittag bei einem Gartenfest auftauchte. Freundin F. lag mehr, als sie saß, auf ihrem schicken Rattansessel und stierte mich aus halb geöffneten Augen an. Ihr Mund formte sich zu einem Gruße, aber was herauskam, ähnelte mehr einem mir unbekannten tierischen Laut. Nach detektivischen Nachforschungen meinerseits kam heraus, dass der Gastgeber meiner unschuldigen F. nichts ahnend Wein kredenzt hatte, für den die Bezeichnung „Kraftprotz“ eine schmeichelhafte Untertreibung war.

Dies erinnerte ungemein an die griechischen Gelage im Altertum – damals musste der Wein mit Wasser verdünnt werden, so stark war er, und zwar kamen auf 2 Teile Wein 5(!) Teile Wasser. Polyphem, der einäugige Riese, wurde von Odysseus gar mit unverdünntem Wein, einer Art Sirup, ausgeschaltet. Weiters war die Sitte verbreitet, Wein mit Honig und Gewürzen zu mischen – was dabei herauskommt, kann man anhand des komplizierten Familienstammbaums der griechischen Götterdynastie sowie diverser Irrfahrten und Verwechslungsgeschichten erkennen.

Eine andere Legende rankt sich um die Entdeckung des Weines: Im antiken Persien galten die gelagerten und gärenden Trauben als von bösen Geistern besessen. Eine persische von Migräne gepeinigte Königin trank eines Tages von dem „Saft“, um sich selbst dahinzuraffen. Allerdings verschwand nach einigen Bechern nicht nur die Migräne, sondern die Königin fühlte sich auch beseelt und heiter, tja, sehr heiter. Und sie beschloss, dass ihre Untertanen auch etwas von diesem Getränk haben sollten. Voilà!

Drei Stunden und etwa fünf Liter Wasser später konnte F. die Erkenntnisse der Antike nachvollziehen: Keine schweren Weine bei mediterraner Hitze. Nur irgendwie funktionierte das mit dem Kopfweh bei F. verkehrt herum ...

- Nina Krantz -

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» Karl Hofbauer30.09.2009 09:44» Antworten

Frau Krantz wäre eine etwas bessere Kenntnis der altgriechischen Sitten und Lebensgewohnheiten zu empfehlen oder vielleicht die Lektüre von Platons Symposion, bevor sie Halbwahrheiten verbreitet - Griechen pflegten sich nie zu betrinken - schon aus diesem Grunde wurde der Wein verdünnt - auch wurde er in einem \"krater\" den Göttern geopfert.

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