Nina Krantz

Warum schreibt die Krantz eigentlich immer solche Geschichten?

Keine Ahnung, mit Peter Altenberg gesagt: Das kann keiner wissen! Oder es ist vielleicht eine Art Reflex – je ernsthafter die Welt um sie herum ist, desto unernster muss die Krantz werden. Da kann sie gar nichts dagegen machen. Denn: Verkrampftheit mindert den Genuss jeglicher Art. Und da ist die Krantz entschieden dagegen!

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Lei (Wein) laafn lossn!


Ich liebe Kärnten von allen Bundesländern besonders. Nicht nur weil ich eine halbe Kärntnerin bin und viele schöne Stunden meiner Kindheit dort verbracht habe, sondern vor allem wegen des herrlich samtig-weichen Dialekts.

Vor allem finde ich es bemerkenswert, dass die Kärntner wohl die einzige Volksgruppe sind, die ihren Dialekt auch nach 25 Jahren im Wiener Exil nicht loswerden können (und das finde ich gut!). Als unsere Turnlehrerin im Militärton uns schwächlichen Schülerinnen ein Zirkeltraining verpasste, tat sie es wenigstens mit einem „Unta da bonk duach!“ oder „Links laafn!“ – damit war die Sache nicht mehr ganz so tragisch.

Und wer sonst könnte eine langweilige Schnellbahnfahrt in nach Schweiß stinkenden Abteilen und auf Sitzen, an deren abgewetztem samtähnlichem Bezug einschlägige Vergnügungslokale ihre Freude hätten, so versüßen, wie ein Kärntner Zugsführer unlängst es getan hat: „Draisngossn, Loarenz-Böhla-Unfollkronknhaus“ tönte es plötzlich so lieblich. Wir waren verzückt. Vor der nächsten Station verstummte schlagartig das ganze Abteil: „Protaschdean, Bohnhof Wien Noad“ Leider musste ich aussteigen, ich hätte gerne die ganze Stadt, ja die ganze Welt mit diesem Schnellbahnführer befahren.

Ich habe ihn nie mehr wiedergehört. Und generell trifft man – leider, leider – auf immer weniger weiche Kärntner-Konsonanten in Ostösterreich. Aber es gibt Hoffnung! Ende März eröffnet WEIN & CO endlich eine Filiale im so sträflich vernachlässigten Süden, in Klagenfurt. Dann gibt es einen Grund mehr, auf Sprachreise nach Kärnten zu fahren! Und zu lauschen: „Lei otmen lossn, dea Wein muass no a bissale stehn!“

- Nina Krantz -

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