Bordeaux 2009 – sehr gut, sehr teuer und dennoch schwer zu kriegen

Heinz Kammerer - WEIN & CO Gründer: Ein Picasso für 106 Mio US $, Rekordpreise für Edelmetalle, extremer Preisanstieg bei 1A-Immobilien und das in Zeiten der Krise? Nur ein scheinbarer Widerspruch: Banken sind nicht mehr, was sie einmal waren, so wie überhaupt Geld – insbesondere Bargeld – in letzter Zeit an Vertrauen stark verloren hat. So verwundert es also nicht, dass auch Preise für Weine aus Bordeaux deutlich angezogen haben.

Der Jahrgang 2009 ist in Zeiten wie diesen ein Geschenk des Himmels an Weinfreunde und auch an leidgeprüfte Anleger. Man erinnert sich noch dunkel an die Kampagne für den Jahrgang 2000: Die Qualität wurde allseits enthusiastisch gelobt, aber die Preise wurden berechtigterweise als exorbitant empfunden, teilweise waren sie doppelt so hoch wie die auch nicht so schlechten 1999er. Und dennoch, heute nehmen sich genau diese Preise geradezu als Schnäppchen aus. Eine Flasche Lafite Rothschild kostete damals in der Subskription € 220,-. Heute muss man dafür allerdings schon rund € 1.200,- hinlegen, das ist – trotz Krise – ein Wertzuwachs von 445%. Ähnlich sieht es bei den anderen „Blue Chip- Weinen“ aus. Vor allem die am höchsten bewerteten und teuersten sind in der Regel im Wert immer noch massiv gestiegen!

Ähnliches ist für 2009 zu erwarten: Die Qualität ist über jeden Zweifel erhaben, auch der unbestechliche Robert Parker hat sein Verdikt schon gesprochen und mehr als 20 Gewächse mit dem Maximum von bis zu 100 Punkten bedacht. Unser Bordeaux-Experte Martin Feichtner war bei den Primeur-Verkostungen und hat jetzt nur ein Problem: genug Wein zu bekommen, denn die weltweite Nachfrage hat in einem nie dagewesenen Ausmaß eingesetzt. Die Kombination von erstklassigen Weinen und Investitionsneigung bei den Konsumenten lässt diesbezüglich Schlimmes befürchten. Aber keine Angst: WEIN & CO ist seit fast 20 Jahren ein verlässlicher Partner der großen Negociants in Bordeaux und wird wie jedes Jahr die über 100 bestbewerteten Chateaux' in Subskription anbieten. Die Preise sind relativ hoch, aber der Wertzuwachs ist wohl garantiert.

Nicht vergessen sollte man auch, dass man die Weine in ein paar Jahren auch trinken kann, angesichts der tollen Qualität vielleicht nicht die schlechteste Alternative!

Bordeaux 2009 – Ein Jahr der Superlativen

Martin Feichtner – Bordeauxeinkäufer bei WEIN & CO: Ende März bzw. Anfang April 2010 war die Primeur Verkostungswoche in Bordeaux angesetzt. Gemeinsam mit unserem Key Account Manager Hans Martin Gesellmann, Filialleiter Gerald Kraus und Restaurantleiter Willi Schlögl haben wir an die 350 bis 400 Primeur Weine probiert.

Das Resumée davon lässt sich einfach zusammenfassen: 2009 wird ein Jahr der Superlative!

Schon im Vorfeld haben diverse Journalisten den Jahrgang in den höchsten Tönen gelobt. Der Vegetations- als auch Witterungsverlauf wurde mit den großen Jahren wie 1899, 1909, 1947, 1949, 1989, 1990, 2000 und 2005 verglichen. Dadurch entstand sowohl eine sehr hohe Erwartungshaltung, als auch ein riesengroßes Interesse, welches sich in der Besucherzahl widerspiegelte. Bei manchen Verkostungen war es ein richtiger Kampf den Wein zu ergattern, und glücklich konnte sich der bezeichnen, der sich den Weg zum Spucknapf erkämpfen konnte.

Der optimale Witterungsverlauf (sehr warmer Sommer und auch Herbst bei fast ausreichender Wasserversorgung) sorgte für sehr hohe Zuckerwerte. Die späte Lese im Herbst spiegelt sich auch im Wahnsinns-Tanningehalt wider. Die Alkoholwerte liegen für Bordeaux sehr hoch. Im Durchschnitt würde ich zwischen 14,0 bis 14,5 % Vol. meinen. Einige liegen drüber, Petrus wird wohl knapp unter 15 sein. Tertre Roteboeuf, wie immer eine Ausnahme–Erscheinung schafft es trotzdem bei einem Alkoholgehalt von 15,4 & Vol. eine tolle Balance zu haben. Noch nie habe ich einen Primeurjahrgang probiert, der solch beeindruckend hohe Analysewerte hatte. Hohe Alkoholwerte, sehr viel Tannin, auch die Glycerinwerte sind sehr hoch, daher sind die Weine schon in der Jugend angenehm weich und likörig in der Mitte (vor allem bei Merlot geprägten Weinen).

Es gab noch einen heilenden und erfrischenden Regenguss kurz vor der Hauptlese, daher konnte so ein Trockenstress-Jahr wie 2003 verhindert werden. Die Säurewerte sind natürlich deutlich niedriger, die Weine wirken aber trotzdem (etwas erstaunlich) sehr frisch und lebendig. Ich sehe in Summe leichte Vorteile bei von Cabernet Sauvignon geprägten Weinen, die eine einzigartige Cabernet-Frucht, ein Wahnsinns-Tannin zeigen (sehr viel Tannin, und in den meisten Fällen auch sehr reifes Tannin) und immer noch eine schöne Frische besitzen. Die Merlots sind in der Regel die massiveren, opulenteren, alkoholreicheren aber auch schmalzigeren und zugänglicheren Weine. Für den Caberent Franc war es ein schwieriges Jahr. Keiner konnte uns allerdings den exakten Grund dafür erklären. Alle vom Cabernet Franc geprägten Topweine wie Angelus, Le Dôme, Cheval Blanc, Vieux Chateau Certan haben ihre endgültige Cuvée zugunsten des Merlot geändert.

Die Weine verkosten sich atypisch für einen klassischen Bordeaux. Normalerweise ist ein Bordeaux mittelgewichtig mit einem Alkohol um die 13,0 % Vol. und er hat eine deutlich markante Säurestruktur. Bei diesem Jahrgang erinnern mich die Cabernets an große Kalifornier (alter Stil) die üppigen Merlots lassen Vergleiche mit Maremma und der neuen Welt zu. Dieser Stil ist aber sehr zugänglich, daher lassen sich die allseits hohen Punkte leicht erklären.

Weißweine und Süßweine

Dies Sauternes und Barsac sind sehr massiv und mit hohen Restzuckerwerten ausgefallen. Ich würde sie als opulent und barock bezeichnen. Die Punkte von Neal Martin (er verkostet für Robert Parker die Süßweine), Gabriel & Co sind auch hier hoch ausgefallen. Wir bieten in unseren Sortiment Rieussec, Suduiraut und Yquem in Form von Halbflaschen an. Auch die Weißweine sind recht kräftig geworden. Die Sauvignons haben ein sehr reifes Fruchtbild, sehr viel Exotik, Pfirsich, Maracuja. Es gibt eine Handvoll großartiger Weißweine, die wir in unserem Portfolio anbieten werden.

Das Punktefeuerwerk der Journalisten, die weltweite Nachfrage nach Bordeaux und die neuen Märkte in Asien lassen eine große Nachfrage vermuten. Die gefragten Weine des Jahrgangs 2009 werden daher teuer werden. Es gibt bis dato erst wenige Weine am Markt. Die kleinen Chateaux (Medoc und Haut Medoc) haben aber aufgrund der hohen Bewertungen für den Jahrgang ihre Preise um ca. 20 bis 30% (ausgehend vom 2008-er Jahrgang) erhöht. Ich rechne mit Preisen, die sich ca. bei den 2005ern ansiedeln. Und die Top 30 (von Parker) werden sicher über den 2005ern zu liegen kommen.

Das WEIN & CO Subskriptions-Sortiment wird aus voraussichtlich aus 100 Weinen bestehen, die wir in Form einer Einzelflaschen-Subskription anbieten, wobei wir auch gerne Ihre Anfrage für Sonderformate entgegennehmen (Abnahme in ganzen Einheiten).

Eines steht schon jetzt fest: Diese Subskription wird lange dauern. Ich erwarte mir das Erscheinen der letzten Weine mit ca. Mitte bis Ende Juni. Im Mai findet eine große Weinmesse in Shanghai statt sowie in der letzten Mai-Woche noch die Vinexpo in Hong Kong. Danach wird sicher eine Ruhephase eintreten. Über alle Neuigkeiten informieren wir Sie natürlich per E-Mail, sofern Sie sich für unsere Bordeaux-2009-News eintragen.

Sollten Sie noch Fragen haben, stehe ich jederzeit gerne unter meiner E-Mail Adresse zur Verfügung.
Uns allen wünsche ich eine spannende Subskription von einem der sicherlich aufregendsten Bordeauxjahrgänge der neueren Geschichte.

Ihr Martin Feichtner

Die wichtigsten Bewertungen

Robert Parkers Top 30
Robert Parker präsentiert seine Bewertungen und Notizen für den Jahrgang 2009, welchen er als "magisch" bezeichnet.
Winespectators Top 30
James Suckling bringt seine Verkostungsnotizen und vorläufigen Bewertungen aus dem Bordeaux mit.
Peter Mosers Top 50
Falstaff-Chefredakteur Peter Moser hat sich in den verschiedenen Appellationen von Bordeaux von Keller zu Keller gearbeitet, um die interessantesten Empfehlungen herauszufiltern.

Bordeaux 2009 im Überblick

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1.
 L'Eglise Clinet 2009
Bruttopreis

39600

pro Flasche

Nettopreis

33000

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


2.
 Smith Haut Lafitte Rouge 2009
Bruttopreis

8400

pro Flasche

Nettopreis

7000

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


3.
 La Conseillante 2009
Bruttopreis

21000

pro Flasche

Nettopreis

17500

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


4.
 Valandraud 2009
Bruttopreis

32400

pro Flasche

Nettopreis

27000

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


5.
 Pape Clement Rouge 2009
Bruttopreis

12600

pro Flasche

Nettopreis

10500

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


6.
 Rieussec 2009 Halbflasche
Bruttopreis

3720

pro Flasche

Nettopreis

3100

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


7.
 Troplong Mondot 2009
Bruttopreis

12600

pro Flasche

Nettopreis

10500

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


8.
 Lascombes 2009
Bruttopreis

7800

pro Flasche

Nettopreis

6500

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


9.
 Dom. de Chevalier Rouge 2009
Bruttopreis

6240

pro Flasche

Nettopreis

5200

pro Flasche


Subskription

Verfügbar


10.
 Suduiraut 2009 Halbflasche
Bruttopreis

3720

pro Flasche

Nettopreis

3100

pro Flasche


Subskription

Beschränkt verfügbar


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