Flaschenköpfen, leicht gemacht
Ich habe ja schon viele Versuche gesehen, Flaschen mehr oder weniger spektakulär zu öffnen: zum Beispiel Rütteln, Ziehen und anschließende unfreiwillige Champagner-Dusche.
Auch abgebrochene und daher in die Flasche gedrückten Korken oder Hämatome hinterlassene Kronkorken, die wie in einem Flipper im Raum hin- und herschießen. Legendär auch mein Öffnungsversuch einer Flasche Rotweins: Als ich den Korken herausziehen wollte, stand ich plötzlich mit dem gesamten Flaschenhals in der Hand da. Um den Inhalt zu retten verfrachtete ich ihn mangels Dekanters in die Teekanne. Wobei Freund F., der am nächsten Vormittag zu Besuch kam und sich selbst in meiner Küche bediente, seine Liebe zu erkaltetem Früchtetee entdeckte. Viel habe ich also gesehen, aber DAS wahrlich noch nicht: Unlängst köpfte (sabrierte) ein Kollege die Champagner-Flasche mit – einem Weinglas! Nicht mit einem dekadenten Säbel, sondern mit einem einfachen Glas! Meine Kollegin G., die bei allem, was Verletzungsgefahr in sich birgt, immer vorne mit dabei ist, machte es ihm gleich nach und siehe da: Vier von fünf Flaschen ließen sich problemlos köpfen (beim fünften Versuch köpfte sie das Glas). Aber Achtung! Das Ganze ist nicht ganz ungefährlich. Eine weitere Kollegin verletzte sich am Finger, da das Glas ja brechen oder splittern kann. Als die Reihe an mich kam, lehnte ich dankend ab. Nicht weil ich feige bin, neinneinnein! Oder vielmehr ja, denn ich habe ja bereits – ähm – 25 Jahre Krantz-Erfahrung. Daher weiß ich, dass bei mir mindestens der Finger ab wäre. Also, liebe Leser, besser nicht nachmachen (außer Sie haben ärztlichen Beistand). Am besten ist es, Sie besuchen einmal die WEIN & CO Filiale am Naschmarkt. Dort werkt nämlich erwähnter Kollege, der vielleicht seine archaische „An meine Flasche lasse ich nur mich und ein Weinglas“- Methode zum Besten gibt!





