Winzer des Monats Mai 2012 - Erwin Sabathi
Klassisches Familienweingut mit Charakterweinen
Auf dem südsteirischen Weingut Erwin Sabathi in Leutschach ergänzen sich die drei Brüder Erwin (Keller), Gerd (Weingärten) und Christoph Sabathi (Administration) in kongenialer Weise.
Bereits seit Ende der 30er Jahre keltert die Familie Sabathi hier Wein. „Unser Großvater Johann kaufte das kleine Weingut und baute es sukzessive auf“, erzählt Erwin Sabathi. Der Großvater war es auch, der bereits in den 50ern mit Sauvignon Blanc arbeitete – ein Pionier also. „Damals hieß die Rebsorte noch Muskat-Sylvaner und der Großvater nannte den Wein „Pössnitzberger Sorgenbrecher“. Und er begann damals auch damit, die besten seiner 50jährigen Sauvignon-Rebstöcke zu vermehren. Das führte Vater Erwin sen. fort, nach dem das Weingut benannt ist und der mit dem Jahrgang 1968 das Weingut übernahm; der 68er ist übrigens der älteste Jahrgang im Keller der Sabathis – ein Beweis für die sagenhafte Langlebigkeit der Weine. Bis heute werden also diese besten alten Reben vermehrt. „Das heißt, wir haben bereits eine 100jährige DNA der Reben“, und die wiederum trägt zur Einzigartigkeit ihrer Weine bei.
Apropos Einzigartigkeit: Großvater und Vater erkannten auch das große Potenzial des Pössnitzberges, jener heute so berühmten Lage. Für Erwin Sabathi ist sie mehr als ein Garant für genialen Wein. „Als Kinder sind wir quasi in den Weingärten am Pössnitzberg aufgewachsen“, erinnert er sich. Daher rührt die auch emotionale Nähe zu dem Berg und seinem Boden, deshalb befinden sich 21 der 34 Hektar des Weinguts dort. In jener Kindheit wurzelt auch der große Respekt vor der Natur, der heute die Arbeit im Weingarten prägt. Das ist umso schwerer, als diese bis auf 540 Meter Seehöhe gehen und sehr steil sind: Der steilste hat eine Hangneigung von 75 %. „Das bedeutet Bewirtschaftung per Hand, da hast du nämlich mit dem Traktor keine Chance mehr“, erklärt Erwin Sabathi. „Aber diese steilen, alten Weingärten bringen eben hohe Qualitäten und mehr Mineralität, mehr Ausdruck in den Wein.“
Die charakterstarken Weine brauchen allerdings ihre Zeit. Erwin Sabathi plädiert dafür, den Weinen diese auch zu ermöglichen: „Früher hat man dem Wein mehr Zeit gegeben, der Vater hat zum Beispiel für seine Hochzeit 1971 den 68er als Hochzeitswein genommen. Heute wollen viele den Wein am liebsten schon vor der Ernte trinken.“ Ihm ist gerade die Langlebigkeit seiner Weine wichtig, auch beim grandiosen 2011er-Jahrgang, der außerdem der Jubiläumsjahrgang des Winzers ist, „mein 20.!“ Wir gratulieren!




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