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Höhenflüge in der Bergwelt - Südtirol und Trentino

Höhenflüge in der Bergwelt

Südtirol und Trentino

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Text: Daniela Dejnega 

Von Pinot Grigio bis Manzoni Bianco, von Lagrein bis Teroldego. Die von schroffen Bergen geprägte Region Trentino-Alto Adige beeindruckt mit einer erstaunlichen Vielfalt an Rebsorten und Weinstilen. Klassiker und Neuentdeckungen garantieren Weinfans höchsten Genuss.

Terlan

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Autochthon und international

Die Gesamtrebfläche beträgt etwa 15.000 Hektar, die sich zu zwei Dritteln im Trentino befinden. Von allen Weinbauregionen Italiens sind Südtirol und das Trentino am stärksten mit internationalen Sorten durchsetzt. Hervorragende Weine stammen daher nicht nur von autochthonen Rebsorten wie Vernatsch, Lagrein und Teroldego, sondern auch traditionell von Pinot Bianco (Weißburgunder), Pinot Grigio (Grauburgunder), Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Noir (Blauburgunder). 

Andrian, Plattner & Hofstätter

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Vom anderen Ufer

Gegenüber, am rechten Ufer der Etsch, befindet sich die Kellerei Andrian, die im Jahr 2008 ein Bündnis mit der Kellerei Terlan einging. Die jeweiligen Stärken der beiden Weingüter wurden so gebündelt und heben sich doch klar voneinander ab. Fokussiert auf den Terroir-Gedanken blickt die Kellerei Andrian mit ihrem großen Lagenpotenzial in eine vielversprechende Zukunft. Unzählige Sonnenstunden und das einzigartige, von Kalk geprägte Terroir – ein völlig anderes als in Terlan – machen Andrian in den Weinen schmeckbar. Ausdrucksstarke, aber leichtfüßige Weine, vor allem von den regionalen Sorten Vernatsch (italienisch Schiava) und Lagrein, zeigen hier einen unverwechselbaren Charakter.

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Viel Finesse rund um Bozen

Als „Grand Cru des Vernatsch“ ist der St. Magdalener südlich von Terlan bekannt. Warme Südost- und Südwestlagen hoch über der Stadt Bozen lassen die Vernatsch-Trauben perfekt ausreifen. Der Ansitz Waldgries, erstmals urkundlich erwähnt 1242, ist eines der traditionsreichsten und ältesten Weingüter im Gebiet. Familie Plattner hat sich auf Rotwein spezialisiert und bewirtschaftet etwa sieben Hektar Weinberge, die zum Teil in den traditionellen „Pergln“ (Pergola) erzogen sind, was viel Handarbeit und hohen Zeitaufwand bedeutet. Dem feinen St. Magdalener von Waldgries verleihen ein paar Prozent Lagrein einen Tick mediterrane Würze. Zudem erfolgte die Vergärung der Trauben zu etwa 20 Prozent mit den Stielen, was Struktur und Frische im Wein fördert.

Die Sorte Lagrein steht hingegen für dunklere, manchmal etwas rustikale Weine. Schaffen es die WinzerInnen aber, die Ungezähmtheit des Lagrein mit Finesse und Eleganz zu verbinden, so staunt man über das Potenzial der Sorte, die höchst trinkanimierende, sehr würzige Weine mit lebhafter Säure, tiefgründiger Frucht und feinen floralen Noten hervorbringen kann. Der Lagrein 2021 von Waldgries zeigt trotz seiner Jugend viel Sortentypizität, Fleischigkeit und Würze am Gaumen.
Südlich von Bozen bringt Martin Foradori-Hofstätter vom Weingut J. Hofstätter ordentlich Schwung in den Weinort Tramin. Der Cousin von Elisabetta Foradori macht nicht nur mit tollem Blauburgunder, sondern auch mit feinen Weißweinen Furore. Die Sauvignon-Blanc-betonte Cuvée Vigneti delle Dolomiti Bianco ist mit saftiger Frucht und eleganter Kräuteraromatik ausgestattet.

Lageder & Foradori

Lageder

Klassiker und Raritäten

Eines der herausragendsten Weingüter Südtirols führt die Familie Lageder. Im Jahr 1823 begann der Handwerksbursche Alois Lageder in Bozen mit dem Weinhandel und der Urenkel des Gründers erwarb schließlich 1934 das Weingut Ansitz Löwengang im wunderschönen Weindorf Margreid. Der Name Lageder steht wie kein anderer für den modernen Südtiroler Weinbau. Heute führt der junge Alois Clemens Lageder den Betrieb mit 55 Hektar und setzt konsequent auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung, mit welcher schon sein Vater in den Neunzigern begonnen hatte. Das Weingut selbst ist ein revolutionärer klimaneutraler Bau mit einem als direkte Außenwand dienenden Felshang, der natürliche Kühlung bietet.
In Zeiten zunehmender Wetterextreme weicht Lageder zum Teil in höhere Lagen aus, beschäftigt sich aber auch mit dem Anbau von hitzeverträglicheren Rebsorten. Ein Beispiel dafür ist die Weißweinsorte Manzoni Bianco, eine Kreuzung aus Riesling und Weißburgunder, die Luigi Manzoni, der Direktor der Versuchsanstalt Conegliano, in den 1930ern züchtete. Ihre Trauben sind lockerbeerig und dickschalig, bringen höhere Säure- und geringere Zuckerwerte, was bei großer Hitze und Trockenheit von Vorteil ist. Dem Manzoni Bianco „Fórra“ entlockt Lageder durch mehrtägigen Schalenkontakt sein markantes Profil und eine besonders vielschichtige Aromatik.

Pinot Grigio, die meistangebaute Rebsorte Südtirols, zählt natürlich zu den beliebten Klassikern. Lageders „Riff“ Delle Venezie DOC gilt als unkompliziert und fruchtbetont, während sich der Pinot Grigio „Porer“ als deutlich anspruchsvoller erweist. Lageder spielt dabei wieder gekonnt mit Maischekontakt: Ein Teil der Trauben für den „Porer“ wird nach der Ernte sofort gepresst, ein weiterer verweilt 15 Stunden in Kontakt mit den Schalen, wiederum ein anderer Teil rund ein Jahr. Das erhöht die Tannine im Wein, bringt zugleich Spannung und animierende Frische.

Foradori (6)

Trentino heißt Teroldego

Die Winzerin, die die Geschichte von Teroldego neu geschrieben hat, heißt Elisabetta Foradori. Als sie in jungen Jahren das Weingut ihres Vaters in der kleinen Gemeinde Mezzolombardo übernahm, war diese im Trentino heimische Rotweinsorte fast in Vergessenheit geraten. Fortan widmete Foradori, die sich nie nach Moden richtete, sondern – gewollt oder ungewollt – selbst Trends setzte, dem Teroldego ihr Lebenswerk als Winzerin.