Bodegas Saura: Cauro Ventum Grenache 2024
Insiderstoff
„Der Nordwestwind gibt diesem Wein nicht nur seinen Namen, sondern auch seine Seele. Und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich ihn schmecken kann.”
– Alessandro Frick, Wine Experience Manager WEIN & CO Stephansplatz
Der Nordwestwind gibt diesem Wein nicht nur seinen Namen, sondern auch seine Seele. Und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich ihn schmecken kann. Dieser reinsortige Garnacha Tinta aus der D.O. Bullas in Murcia zeigt wieder einmal, dass ein Wein mit großem Körper trotzdem unglaublich agil und animierend sein kann. Im Glas präsentiert er sich brillant rubinrot und zieht Schlieren an der Glaswand wie eine Eins. Man sieht schon: Hier ist was los! In der Nase Himbeermarmelade und reife Kirsche. Doch dann: Tannenwipfel, zarter Sternanis und eine frische Kräutrigkeit, die aus dem breitschultrigen Muskelwein einen Flamenco-Bailaor werden lässt. Trocken, sehr sanfte Gerbstoffstruktur, eine milde Säure und eine beachtliche Länge machen diesen Garnacha balanciert und zugänglich.
Ganz wie es die Garnacha braucht und will, wird sie hier zu einem großen Teil in ganzen Trauben verarbeitet. Bis zu 50 Prozent der Trauben werden nicht gerebelt und vergären gemeinsam mit den stiellosen Beeren in ganz besonderen, weltweit einzigartigen Behältern: Die Tanks, in denen der Wein im Durchschnitt 10 Tage lang mazeriert, wurden aus großen, unverarbeiteten Kalkstein-Brocken aus einem Steinbruch in der Nähe des Weinguts gehauen. Danach kommt er in große Eichenfässer, wo er fertig gärt und den biologischen Säureabbau (die malolaktische Gärung) vollzieht.
Zum Schutz vor der intensiven südspanischen Sonne werden die Reben traditionell zum Busch erzogen. Diese Buschreben brauchen weniger Wasser, beschatten sich und ihre Trauben selbst und sind dank ihres dickeren Stamms auch für den stärkeren Wind gewappnet. Und das ist gut so, denn das Mittelmeer bläst seine Winde gegen die Gebirgskette Sierra de las Cabras, wo die Reben auf 600–900 Meter Seehöhe auf leichten, lehmigen Böden gedeihen.
Die Bodegas Saura pflanzten ihre Reben erst 2015 auf 15 Hektar Fläche. Zwar nicht zertifiziert, beruht ihre Arbeit komplett auf biologischen Praktiken. Flora und Fauna abseits der Weinreben werden unterstützt und nicht verdrängt, um der Erde von Natur aus ein diverses und widerstandsfähiges Mikrobiom zur Verfügung zu stellen. Im Keller wird mit minimalen Eingriffen gearbeitet: Die Vergärung erfolgt mit eigenen Weingartenhefen und spontan.
All diese Einflüsse – das mediterrane Klima, der naturnahe Weinbau, die einzigartigen Kalksteintanks – sorgen dafür, dass der namensgebende Wind am Gaumen zum Sturm wird, der einen mit sich davonträgt. Und man landet in Murcia, den Wind im Haar, die Sonne im Gesicht, die Sierra im Rücken, das Glas in der Hand. Und wo bekommt man sonst einen Kurzurlaub in Spanien für weniger als 15 Euro?
Bodegas Saura
Umgeben von wilder Natur reifen die naturnah hergestellten Weine der Bodegas Saura in weltweit einzigartigen Kalksteinbehältern.