Mit über vierzehntausend Hektar Anbaufläche in Österreich verweist der Grüne Veltliner nicht nur alle anderen Rebsorten locker auf die Plätze, sondern steht sogar mit allen roten Rebsorten zusammengenommen fast auf einer Ebene. In Niederösterreich entfällt mehr als die Hälfte der Weinproduktion auf Grünen Veltliner und national betrachtet beinahe ein Drittel.
Das liegt nicht nur daran, dass Grüner Veltliner international bekannt und erfolgreich und als Gruner („Grooner“) oder GV zu einer gut funktionierenden Marke geworden ist, sondern vor allem daran, dass die autochthone Rebsorte in der Wachau, im Kamptal, im Kremstal, im Weinviertel und am Wagram auf allerhöchstem Niveau zu Wein gemacht wird. Ungeachtet seiner Qualitäten als leichter Spritzwein, entwickelt der Veltliner in seinen Paradelagen Achleiten und Lamm ebenso wie mit den Beinamen Unendlich oder Honivogl tropische Noten, exzellente Struktur und salzige Mineralik, die ihn auf Weltniveau katapultieren. Aber auch im unteren Preissegment sorgt der vielseitige Speisenbegleiter (besonders zu traditioneller österreichischer Küche, aber auch zu asiatischen Gerichten!) mit schöner Apfelfrucht und dem berühmten Pfefferl für schöne Momente zum oftmals erstaunlich niedrigen Preis.
Außerdem wird aus der Rebsorte, die offiziell auch als Weißgipfler geführt werden darf, natürlich auch Sekt gemacht. Vom Kamptal übers Traisental bis ins Weinviertel weiß man aus dem Grünen Veltliner hervorragende reinsortige Schaumweine und auch Cuvées bis hinein in die höchsten Qualitätsstufen zu erzeugen.
Obwohl der Name es vermuten lässt, ist der Grüne Veltliner übrigens weder mit dem Frühroten Veltliner noch mit dem Roten Veltliner verwandt. Es handelt sich vielmehr um eine natürliche Kreuzung von Traminer × St. Georgen.